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Mann über Bord

Mann über Bord: Was tun? Ablauf und Hilfsmittel (SBF See)

Geschrieben von Jonas
Veröffentlicht 21. Okt. 2026

Definition

💡 Mann über Bord heißt, dass eine Person über die Bordwand ins Wasser gefallen ist. Der Ruf alarmiert die Crew, das sofort eingeleitete Rettungsmanöver kehrt zur Person zurück und holt sie an Bord. Amtlich heißt die Situation Mensch über Bord (Kürzel MOB).

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Was sofort zu tun ist: der Ablauf

1. Schwimmhilfe zuwerfen. Wer den Überbordfall sieht, wirft der Person im Wasser sofort Rettungsring oder Rettungsboje hinterher. Beides gibt Auftrieb und markiert die Unfallstelle.

2. Ausguck. Ein Crewmitglied beobachtet die Person allein und ununterbrochen und zeigt mit ausgestrecktem Arm nach. Auch die Kollisionsverhütungsregeln (KVR) verlangen dieses Beobachten: Regel 5 ordnet an, dass jedes Fahrzeug jederzeit durch Sehen, Hören und jedes andere verfügbare Mittel einen ordnungsgemäßen Ausguck hält.

3. Heck weg, Vortrieb stoppen. Der Bootsführer kuppelt die Schraube aus und dreht das Heck mit harter Ruderlage von der Person weg, damit sie nicht verletzt wird.

4. Rückkehr. Das Boot kehrt zur Person zurück und stoppt neben ihr ohne Fahrt, denn jede Minute im Wasser kostet Kraft und Körpertemperatur.

5. Bergung. Die Crew zieht die Person mit den Hilfsmitteln des nächsten Abschnitts an Bord.

Die Person bergen: Hilfsmittel

Der amtliche Katalog zählt für die Bergung sechs Hilfsmittel auf:

  • Leinenverbindung: Die Leine hält die Person an der Bordwand, auch wenn das Boot abtreibt.
  • Rettungsschlaufe: Bandmaterial zum Hochziehen der Person an Bord.
  • Bergenet: Ein Netz umschließt die Person und trägt sie beim Hochheben.
  • Talje: Ein Flaschenzug, mit dem die Person an Bord gehoben wird.
  • Badeleiter: Die Leiter, über die die Person selbst an Bord klettert.
  • Großbaum: Der Segelbaum dient als Kranarm für die Bergung.

Die Prüfungsfrage im SBF-See-Fragenkatalog

Im Fragenkatalog zum Sportbootführerschein See gehört die Frage zur Kategorie Seemannschaft. Sie lautet wörtlich:

Mit welchen Hilfsmitteln kann eine im Wasser treibende Person schnell und sicher an Bord genommen werden?

Die amtliche Antwort ist die Liste aus dem vorigen Abschnitt; in der Druckfassung des Katalogs steht sie an erster Stelle, und auf den ELWIS-Seiten heißt es: „Antwort a ist immer die richtige.“

Die drei falschen Varianten streichen je einen der sechs Gegenstände und nehmen einen neuen auf: Antwort B einen Treibanker, Antwort C eine Ankerkette, Antwort D eine Rettungsboje. Keines dieser drei Geräte hebt eine Person an Bord. Nr. 278 prüft das Überbordfallen selbst: Sicherheitsleinen und -gurte verhindern es bei starkem Seegang.

Wo bringst du das Boot zur Person zurück?

Gegen Wind und Strom. Am besten steuerst du die Person gegen Wind und Strom an und stoppst das Boot in ihrer Luvseite, also zwischen ihr und dem Wind. Wind und Strömung treiben das Boot dann langsam auf die Person zu, und der Rumpf macht für sie Lee, sodass die See an der Bordwand bricht, bevor sie die Person trifft. Die Bergung läuft meist über die Leeseite, weil dort die See ruhiger und die Bordwand niedriger ist. Auf Jollen bergen Crews je nach Kentergefahr in Luv oder am Heck.

Gilt „Mann über Bord“ nur für den SBF See?

Nein. In der praktischen Prüfung ist das Rettungsmanöver Pflicht für beide Scheine (Anlage 4 der Sportbootführerscheinverordnung, SpFV): „Rettungsmanöver unter Maschine (Mensch über Bord)“ für SBF Binnen und SBF See, „Rettungsmanöver unter Segel (Mensch über Bord)“ für die Segelprüfung des SBF Binnen. Nur die Theoriefrage nach den Hilfsmitteln steht im Katalog des SBF See (Nr. 276); der Binnenkatalog kennt sie nicht.

Wann gibst du ein Notsignal bei Mann über Bord?

Nur, wenn Leib oder Leben der Person in Gefahr sind und du Hilfe von außen brauchst. So lautet auch die amtliche Antwort der Katalogfrage Nr. 72. Kommt die Crew mit eigener Kraft klar, gibst du kein Notsignal; das Rettungsmanöver läuft trotzdem sofort an.

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