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Schiffsführer

Was ist der Schiffsführer? Rechte & Pflichten an Bord

Geschrieben von Jonas
15. Apr. 2026 (Aktualisiert 18. Apr. 2026)

Definition

💡 Schiffsführer ist die Person, die ein Wasserfahrzeug tatsächlich führt und dabei die volle Verantwortung für Schiff, Besatzung und Fahrgäste trägt. Das gilt unabhängig davon, wer Eigentümer des Bootes ist. Wer das Boot führt, haftet — rechtlich, strafrechtlich und zivilrechtlich.

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Pflichten des Schiffsführers

Der Schiffsführer stellt vor dem Ablegen sicher, dass das Boot fahrtüchtig ist: funktionierende Beleuchtung, ausreichend Kraftstoff, vollständige Sicherheitsausrüstung (Rettungswesten, Signalmittel, Feuerlöscher). Diese Pflicht ist nicht delegierbar.

Während der Fahrt gilt die Einhaltung der Kollisionsverhütungsregeln (KVR). Der Schiffsführer bestimmt Kurs und Geschwindigkeit und trägt dafür die Verantwortung — auch wenn ein anderes Crewmitglied am Steuer steht.

Bei einem Unfall mit Personen- oder Sachschäden besteht Meldepflicht. Der Schiffsführer muss Hilfe leisten, das Schiff sichern und den Unfall der zuständigen Behörde melden. Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ist eine Straftat.

Schiffsführer ist nicht immer der Eigner

Wer sein Boot verleiht oder verchartert, übergibt damit auch die Schiffsführerschaft. Der neue Führer trägt ab diesem Moment die volle Verantwortung. Der Eigner haftet nur dann mit, wenn er ein nicht fahrtüchtiges Boot übergeben hat oder wusste, dass der Führer nicht die nötigen Qualifikationen besitzt.

Auf größeren Booten mit Crew kann der Schiffsführer das Steuer an ein Crewmitglied übergeben. Die Gesamtverantwortung bleibt bei ihm. Er muss sicherstellen, dass die Person am Steuer die Aufgabe beherrscht.

Alkohol am Steuer

Auf Seeschifffahrtsstraßen und dem deutschen Küstenmeer gilt 0,5 Promille als Grenze für Sportbootführer. Ab 1,6 Promille ist die Fahrt unter Alkohol ein Straftatbestand, darunter eine Ordnungswidrigkeit. Auf Binnengewässern gelten dieselben Werte.

Wer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss einen Unfall verursacht, verliert den Versicherungsschutz und riskiert den Führerschein.

Muss der Schiffsführer selbst am Steuer sitzen?

Nein. Der Schiffsführer kann das Steuer an ein anderes Crewmitglied übergeben, bleibt aber für alle Entscheidungen verantwortlich. Er muss jederzeit in der Lage sein, in die Führung einzugreifen. Schläft er oder ist er nicht ansprechbar, ohne einen qualifizierten Vertreter benannt zu haben, verletzt er seine Sorgfaltspflicht.

Welche Fahrerlaubnis braucht der Schiffsführer?

Das hängt vom Gewässer und der Bootsgröße ab. Auf den meisten deutschen Küstengewässern und der Ostsee bis 12 sm von der Basislinie ist der Sportbootführerschein See (SBF See) Pflicht für Motorboote ab 15 kW Motorleistung. Auf Binnengewässern gilt der SBF Binnen. Auf der Elbe, dem Rhein und einigen anderen Bundeswasserstraßen gelten zusätzliche Streckenkundenachweise.

Segelboote ohne Motor fallen unter andere Regelungen — auf vielen Küstengewässern besteht dort keine Führerscheinpflicht, solange die Seeschifffahrtsstraßenordnung (SeeSchStrO) eingehalten wird.

Was passiert bei einem Unfall als Schiffsführer?

Der Schiffsführer muss sofort Hilfe leisten und das Schiff sichern. Danach besteht Meldepflicht bei der Wasserschutzpolizei oder dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Wer den Unfallort verlässt, ohne Angaben zu machen, begeht eine Straftat.

Bei Personenschäden drohen Schadensersatzforderungen. Die Haftpflichtversicherung des Bootes deckt diese in der Regel — es sei denn, der Schiffsführer hat grob fahrlässig oder alkoholisiert gehandelt. In diesen Fällen kann die Versicherung Regress nehmen.

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